Geschichte von Stary Sącz

Zeittafel

Von den Jägern der Altsteinzeit bis heute – die wichtigsten Daten der Geschichte von Stary Sącz in den Farben der Epochen.

Vorgeschichte und Frühmittelalter

bis 1257 · 11 Ereignisse · Kapitel lesen →

  1. vor 40.000–15.000 Jahren

    Die ersten Jäger im Becken

    Aus dem Jungpaläolithikum stammen die ältesten, vereinzelten Spuren des Menschen im Becken von Sącz. Jäger zogen hier durch, lange bevor irgendjemand an eine Burg dachte.

  2. 17.–13. Jh. v. Chr.

    Die Burg von Maszkowice

    In der Bronzezeit entstand am Dunajec eine Burg der Otomani-Füzesabony-Kultur. Ältere Darstellungen sahen in ihr eine Lausitzer Burg mit Steinmauern – neuere Forschungen datieren sie früher.

    Umstrittenes Datum
  3. Anfang 1. Jt. v. Chr.

    Die Burg von Marcinkowice

    An der Schwelle zur Eisenzeit bestand die Burg von Marcinkowice, die bis ins 6. Jh. v. Chr. in Gebrauch blieb.

  4. 2.–1. Jh. v. Chr.

    Siedler der Púchov-Kultur

    Im nördlichen Podegrodzie ließen sich Menschen der Púchov-Kultur nieder; auch Siedler der Przeworsk-Kultur hinterließen ihre Spuren.

  5. 1. Hälfte 6. Jh.

    Die ersten slawischen Gräber

    Vereinzelte Gräber am Bach Barczynka markieren den Beginn der slawischen Besiedlung des Beckens.

  6. um Mitte 8. Jh.

    Die Burg von Naszacowice

    Plan des Burgwalls „Sądecz“ in Naszacowice nach Szczęsny Morawski (Sądecczyzna, 1863–1865)

    Es entsteht die größte Burg des Beckens – eine mehrteilige Wallanlage von rund 15 ha, nach Bränden mehrfach wiederaufgebaut und bis ins 11. Jh. in Gebrauch.

  7. 9. Jh.

    Burgen in Chełmiec und Marcinkowice

    Zwei kleinere, wohl als Zufluchtsorte gedachte Burgen entstehen. Im 10. Jh. werden sie aufgegeben.

  8. Mitte 11. Jh. (oder Ende 10. Jh.)

    Die Burg Zamczysko in Podegrodzie

    Auf einem durch einen Graben abgetrennten Sporn erhebt sich die Burg Zamczysko – das erste piastische „Sącz“. Um die Wende vom 11. zum 12. Jh. brannte sie nieder. Ihr Gründungsdatum bleibt umstritten.

  9. 12. Jh.

    Burg Grobla – Sitz der Kastellane

    Grobla in Podegrodzie – Stätte der Burg der ältesten Kastellane von Sącz

    Rund 600 m weiter südlich wächst die größere Burg Grobla empor, mindestens viermal aus der Asche wiederaufgebaut. Hier amtierten die ältesten Kastellane von Sącz.

  10. 1224 (1225?)

    Erste Erwähnung von Sącz

    In den Quellen erscheinen Sandech und der erste bekannte Kastellan – Chwalisław, Teilnehmer der Fürstentage Leszeks des Weißen. Manche nennen das Jahr 1225.

  11. 1241

    Der Mongoleneinfall

    Die Tataren verwüsten Kleinpolen. Für den Wiederaufbau des Fürstentums wird Kingas Mitgift verwendet – 40.000 Mark Silber. Die Erzählung von der Zerstörung Groblas durch die Mongolen ist jedoch eine Legende ohne Quelle.

Die Zeit der heiligen Kinga

1257–1292 · 18 Ereignisse · Kapitel lesen →

  1. 5. März 1234

    Kingas Geburt in Esztergom

    Am ungarischen Hof kommt Kinga zur Welt, Tochter König Bélas IV. und Maria Laskarinas. Andere Quellen nennen den 2. März oder gar das Jahr 1224.

    Umstrittenes Datum
  2. 1239

    Verlobung in Wojnicz

    Die wenige Jahre alte Königstochter kommt nach Polen und wird mit Bolesław verlobt, dem späteren Schamhaften.

  3. 2. März 1257

    Das Land Sącz für Kinga

    In Korczyn überträgt Bolesław der Schamhafte seiner Gemahlin das Land Sącz als Ausgleich für die Mitgift. Fortan nennt sich Kinga domina et princeps de Sandech. Ob es Eigentum, Leibgedinge oder Pfand war – darüber streiten die Gelehrten bis heute.

  4. 4. Juni 1268

    Die Schultheißerei für Pysz

    Kinga verleiht Pysz die Schultheißerei von Sącz. Noch ist Sącz ein Dorf mit Schultheiß, doch die Stadt ist bereits im Werden.

  5. 1269

    Die erste Kirche in Biegonice

    Die Pfarrei Biegonice erhält ihre erste Kirche – eine Frucht der von Kinga betriebenen Besiedlung.

  6. 18. Apr. 1273

    Sącz ist nun Stadt

    Eine Urkunde, die die Bürger vom Zoll befreit, nennt den Vogt Michał – advocatus de civitate nostra Sandecz. Das ist die erste sichere Erwähnung einer Stadt nach deutschem Recht. Aus diesem Jahr stammt auch die älteste Nachricht über das Flößen von Getreide auf dem Fluss.

  7. 1276

    Die Lokation von Gołkowice

    Die Lokationsurkunde von Gołkowice entsteht – nach Jahrhunderten im Ossolineum wiederentdeckt.

  8. 1278

    Ein weiteres Zollprivileg

    Die Bürger von Sącz erhalten ein weiteres Zollprivileg.

  9. 7. Dez. 1279

    Tod Bolesławs des Schamhaften

    Fürst Bolesław stirbt. Die verwitwete Kinga begibt sich nach Sącz.

  10. um 1280 (vor 1279?)

    Das Franziskanerkloster

    Im westlichen Teil der Terrasse entsteht ein Kloster der Minderbrüder mit der Kirche St. Stanislaus, bestimmt für zwölf Ordensleute. Über Datum und Stifter sind sich die Forscher uneins.

  11. 6. Juli 1280

    Stiftung des Klarissenklosters

    Der Innenhof des Klarissenklosters

    Kinga stiftet das Klarissenkloster und überlässt ihm die Stadt Sącz samt Zollstätte sowie 28 Dörfer mit Flüssen, Mühlen, Teichen und Waldbienenstöcken. Ein halbes Jahrtausend lang wird das Kloster Herr der Stadt sein.

  12. 2. Juli 1283

    Der Papst bestätigt die Stiftung

    Martin IV. bestätigt die Stiftung des Klarissenklosters.

  13. 1280 / 1283 / um 1284

    Vergleich mit Leszek dem Schwarzen

    Leszek der Schwarze bestreitet Kingas Rechte. Durch Vermittlung Bischof Pawełs von Przemanków bleibt ihr das Land Sącz – im Gegenzug verzichtet sie auf Biecz und Korczyn.

    Umstrittenes Datum
  14. um 1285

    Ablässe für den Kirchenbau

    Erzbischof Jakub Świnka gewährt Ablässe für den Bau der Klosterkirche.

  15. 1287

    Das Franziskanerkapitel

    Im Kloster der Minderbrüder zu Stary Sącz tagt das Provinzkapitel.

  16. Dez. 1287 – Jan. 1288

    Tataren vor den Toren von Sącz

    Vor dem Tatareneinfall flüchtet Kinga mit ihren Mitschwestern auf die Pieninenburg. Im Januar schlagen die Ungarn eine mongolische Abteilung circa castrum Zandech.

  17. 24. Apr. 1289

    Kingas Ordensprofess

    Nach einjährigem Noviziat legt Kinga vor Bischof Paweł ihre Gelübde ab.

  18. 24. Juli 1292

    Kingas Tod

    Kinga stirbt in Stary Sącz und wird in einer Kapelle der Klosterkirche beigesetzt. Um ihr Grab entsteht rasch ein Kult.

Spätmittelalter

1292–1500 · 22 Ereignisse · Kapitel lesen →

  1. 8. Nov. 1292

    Die Lokation von Nowy Sącz

    Wenzel II. stellt das Privileg für eine neue Stadt zwischen Dunajec und Kamienica aus. Der Plan, Bewohner und Klöster umzusiedeln, gelang nur zur Hälfte – das alte Sącz überdauerte.

  2. 1298

    Entschädigung für die Klarissen

    Die Klarissen erhalten 100 Mark Silber aus den Krakauer Salzwerken. Im Kloster stirbt Jolanta, Kingas Schwester.

  3. 1299

    Die Geburt des „Alten“ Sącz

    Pfarrer Jakub tritt als plebanus de Antiqua Civitate auf. Von nun an spricht man von der „alten Stadt“.

  4. 1306

    Überfall der Leute Bischof Muskatas

    Nach der Ermordung Wenzels III. überfallen Bewaffnete Bischof Jan Muskatas die Stadt; „viele Menschen wurden getötet, gehängt und gekreuzigt“.

  5. 1307

    Stadtrat und Kingas Grab

    In einer Urkunde erscheint der Stadtrat. Kingas Reliquien ruhen in einem steinernen Grabmal, und die Nonnen beginnen, die Wunder aufzuzeichnen.

  6. 1310

    Ungarisches Kupfer und Wein

    Eine Urkunde nennt Einfuhren aus Ungarn: Kupfer, Wein, Rinder und Schweine – Sącz liegt am Handelsweg über die Karpaten.

  7. 1311

    Ungarn schlagen den Vogtaufstand nieder

    Łokietek holt ungarische Truppen herbei, die bei der Niederschlagung des Aufstands von Vogt Albert in Stary Sącz Quartier nehmen.

  8. 1317–1329

    Kingas Lebensbeschreibung entsteht

    Die anonyme Vita et miracula sanctae Kyngae wird verfasst, die man den Franziskanern von Stary Sącz zuschreibt.

  9. 1332

    Weihe der Dreifaltigkeitskirche

    Bischof Jan Grot weiht die gotische Klarissenkirche, die in einem einzigen Bauabschnitt von der Werkstatt der Krakauer Kathedrale errichtet wurde.

  10. 1334 (1337?)

    Königin Hedwig im Kloster

    Die Witwe Łokieteks übernimmt die Herrschaft über Stary Sącz und tritt bei den Klarissen ein. Manche Quellen nennen das Jahr 1337.

  11. 1336

    Äbtissin Salomea gründet Tylmanowa

    Die Klarissen besiedeln die Pieninen – nach Kluszkowce und Sromowce ist nun Tylmanowa an der Reihe.

  12. 10. Dez. 1339

    Tod Hedwigs von Kalisch

    Die Königin stirbt und wird im Kloster zu Stary Sącz beigesetzt.

  13. um 1340

    Die Pfarrei zählt rund 1340 Seelen

    So viele Menschen zählt die Pfarrei Stary Sącz – ein amüsanter Zufall von Zahl und Jahr.

  14. 1357 (1358)

    Zweite Lokation – Magdeburger Recht

    Äbtissin Konstancja, eine Nichte Kasimirs des Großen, verleiht der Stadt das Magdeburger Recht; der König bestätigt es 1358. Es entsteht ein regelmäßiger Grundriss mit rechteckigem Marktplatz.

  15. 1363

    Beginn des Streits um den Zoll von Grybów

    Kasimir der Große befreit die Kaufleute aus Bardejov vom Zoll – und löst damit einen Streit aus, der erst nach 145 Jahren entschieden wird.

  16. 1396

    Die Pfarrschule

    Erste Erwähnung einer Schule bei der Pfarrei.

  17. 1410

    Stibor brennt die Stadt nieder

    Stibor von Stiboritz überfällt im Dienst Sigismunds von Luxemburg das unbefestigte Stary Sącz und legt es in Brand. Die Pfarrkirche wird danach wiederaufgebaut.

  18. nach 1410

    „Zwei Töpfe Gold“ von Jagiełło

    Die Überlieferung erzählt von einer Gabe des Königs an das Kloster nach Grunwald. Keine Urkunde bestätigt dies.

  19. 1441

    Bergleute pilgern zu Kinga

    Bergleute aus Bochnia kommen an Kingas Grab – die Patronin der Salzbergwerke hat bereits ihre Verehrer.

  20. 1454

    Die Sammelzunft

    In der Stadt besteht bereits eine Sammelzunft der Handwerker.

  21. um 1470

    Lindenholzfigur und Długoszs Vita

    Eine Kingafigur aus Lindenholz entsteht; Bischof Jan Rzeszowski errichtet ein Mausoleum, und Jan Długosz verfasst 1473 die Lebensbeschreibung der Heiligen.

  22. 1480–1489

    Das Stadtbuch

    Es verzeichnet 4 Kürschner, 4 Bäcker, 2 Schmiede und 2 Brauhäuser. Długosz seufzt, die „einst berühmte und reiche“ Stadt sei „kaum mehr als ein wenig bekanntes Dorf“.

Frühe Neuzeit

1500–1772 · 32 Ereignisse · Kapitel lesen →

  1. 1505

    Die königliche Kommission

    Eine königliche Kommission tagt in Stary Sącz mit Äbtissin Anna Rokitnicka.

  2. 1508

    Ende des Zollstreits

    Sigismund der Alte entscheidet den Streit um den Zoll von Grybów zugunsten der Klarissen.

  3. 1528

    Zwei Jahrmärkte im Jahr

    Sigismund I. verleiht den Klarissen das Privileg für zwei Jahrmärkte. Stephan Báthory bestätigt es 1582 – sofern der Ertrag den Befestigungen zugutekommt.

  4. 1551

    Das Heilig-Kreuz-Spital

    Mikołaj Hipolit stiftet die Spitalpropstei zum Heiligen Kreuz.

  5. 1558

    Die Satzung der Weber

    Die Äbtissin bestätigt die Satzung der Weberzunft – die erste einer langen Reihe. Die Schuster erhalten ihre 1590.

  6. 1566 (1598?)

    Klarissen frei von den Provinzialen

    Eine Bulle Pius’ V. hebt die Abhängigkeit des Klosters von den Franziskanerprovinzialen auf. Eine andere Quelle spricht von franziskanischer Aufsicht bis 1598.

  7. 1582

    Erste Erwähnung des Rathauses

    In den Quellen taucht das Rathaus auf dem Marktplatz auf.

  8. 1598–1632

    Das Kloster als Festung

    Kardinal Jerzy Radziwiłł lässt die Klostermauern erhöhen und Schießscharten einbrechen. Ein Sgraffito mit der Jahreszahl 1632 krönt die Arbeiten.

  9. 1601–1605

    Das gemauerte Kloster

    Jan di Simoni baut die vier Klosterflügel in Mauerwerk um und errichtet 1605 das Priesterhaus.

  10. 1608

    Eine Schule für 40 Schüler

    Der Stadtrat ist Patron der Pfarrschule, die von rund 40 Knaben besucht wird.

  11. 1617–1619

    Ausmalung, Orgel, Altar

    In der Klarissenkirche malt Wawrzyniec Cieszyński, die Orgel baut Andrzej aus Lemberg, den Altar Baltazar Kurcz.

  12. 1625–1634

    Erste Bemühungen um die Seligsprechung

    Dekrete Urbans VIII. und Kommissionen mit Hunderten von Zeugen bringen noch keine Entscheidung.

  13. 16. Dez. 1638

    Satzung der Sammelzunft

    Äbtissin Anna Lipska bestätigt die Satzung der Sammelzunft.

  14. 1643–1644

    Die gemauerte Rochuskirche

    Gestiftet von Äbtissin Anna Lipska und Samuel Łapka, entsteht die frühbarocke Kirche St. Rochus und Sebastian.

  15. 1644

    Der große Brand

    Das Feuer verzehrt die Pfarrkirche, die Rochuskirche und das hölzerne Franziskanerkloster. Der Wiederaufbau der Pfarrkirche dauert rund fünf Jahre.

  16. 1647–1649

    Die Gewölbe der Klarissenkirche

    Äbtissin Anna Lipska stiftet neue Gewölbe für das Gotteshaus.

  17. 1655–1657

    Die schwedische Sintflut

    Der Krieg verwüstet die Klostergüter. Die Schweden besetzen Nowy Sącz im Oktober 1655 und werden am 13. Dezember vertrieben.

  18. 1661–1671

    Kinga-Altar und „Wurzel Jesse“

    Es entstehen der gemauerte Kinga-Altar (1661), die Loreto-Kapelle (um 1664) und die berühmte Kanzel „Wurzel Jesse“ (1671) – ihr Schöpfer bleibt ungewiss.

  19. 1679

    Die Orgel von Jan Głowiński

    In der Pfarrkirche wird das Instrument aufgestellt, das bis heute dem Festival „1679.org“ seinen Namen gibt.

  20. 16. Dez. 1683 (?)

    Sobieski und Marysieńka in Sącz

    Die Überlieferung will, dass der König auf dem Rückweg von Wien hier Marysieńka traf. Die Klosterrechnungen von 1683 schweigen über diesen Besuch.

  21. 1686 (um 1622?)

    Der Turm der Pfarrkirche

    Paweł Beber baut den Turm der Pfarrkirche. Der Städteatlas datiert den gemauerten Turm auf um 1622.

  22. 11. Juni 1690 (10. Juni?)

    Kingas Seligsprechung

    Die Wehrmauern des Klarissenklosters mit Bastei

    Alexander VIII. zählt Kinga zu den Seligen – nach jahrzehntelangen Bemühungen und auf Bitten Johanns III.

  23. 24. Juli 1691

    Eine Woche voller Feiern

    In Stary Sącz und Krakau beginnen die einwöchigen Feierlichkeiten zur Seligsprechung. Im März dieses Jahres gründet Äbtissin Konstancja Jordanówna die Klosterkapelle.

  24. 1696

    Eine Stadt von 2000 Seelen

    Ein Inventar verzeichnet 271 Anwesen und rund 2000 Einwohner – der Höhepunkt des altpolnischen Sącz.

  25. 1696–1699

    Fontanas Marmoraltäre

    Die Werkstatt Baltazar Fontanas fertigt drei Marmoraltäre für die Klarissenkirche.

  26. 1699

    Verzeichnis der Markthäuser

    Das älteste Verzeichnis der Häuser am Marktplatz umfasst 26 Parzellen.

  27. 1715 (1695?)

    Kinga, Patronin Polens und Litauens

    Ein Dekret erkennt Kinga als Patronin der Krone und Litauens an. Eine englische Enzyklopädie nennt das Jahr 1695.

    Umstrittenes Datum
  28. 13. Juli 1741

    Der Heiligsprechungsprozess

    Der Heiligsprechungsprozess wird eröffnet; die Akten gehen 1749 nach Rom – und bleiben dort über zwei Jahrhunderte liegen.

  29. 1746

    Ein verheerender Brand

    Ein weiteres Feuer hat für die Stadt „verheerende Folgen“.

  30. 1750

    Das gemauerte Rathaus

    Auf dem Marktplatz entsteht ein einstöckiges Rathaus mit Turm, Arkaden und Krambuden.

  31. 7. Okt. 1764

    Brand im Klarissenkloster

    Das Feuer zerstört das Kirchendach, die Kinga-Kapelle, das Loreto und den Glockenturm. Das neue Kupferdach mit Placidis Krone ist 1766 fertig.

  32. 1768–1769

    Die Konföderation von Bar

    Die Konföderierten schließen sich in Piwniczna zusammen und requirieren Pferde aus den Klosterställen. Die Truppendurchzüge kosten die Klostergüter rund 700.000 Gulden.

Österreichische Teilung und Galizien

1772–1918 · 31 Ereignisse · Kapitel lesen →

  1. Sommer 1770 (2. Aug.)

    Die Österreicher besetzen Sącz

    Unter dem Vorwand eines Sanitätskordons besetzt Österreich das südliche Kleinpolen; die Grenzpfähle rückt es bis nach Mogilno vor.

  2. Sept. 1772

    Erste Teilung – Galizien

    Der Teilungsvertrag besiegelt die Annexion: Stary Sącz wird Teil Galiziens.

  3. 1779

    Die Kapelle an der Quelle

    Anstelle der hölzernen entsteht eine gemauerte Kapelle der hl. Kinga an der wundertätigen Quelle.

  4. 1782 (1781?)

    Die josephinische Aufhebung

    Das Klarissenkloster und der Turm der Pfarrkirche über dem Tal – Postkarte von 1910

    Die Güter der Klarissen und die Stadt selbst gehen als „K.K. Ex-Nonnen Herrschaft Alt-Sandez“ in kaiserlichen Besitz über. Der Konvent verliert Kostbarkeiten, Archive und Bibliothek.

  5. 1783

    Der Friedhof bei St. Rochus

    Österreichische Vorschriften verlangen, die Toten außerhalb des Zentrums zu bestatten – ein neuer Friedhof wird bei der Rochuskirche angelegt.

  6. 1785

    Die Kolonie Neudörfel

    Auf dem beschlagnahmten Vorwerk Podmajerz siedeln sich deutsche Kolonisten an. 1786 wird die Franziskanerkirche ihre Pfarrkirche.

  7. 24. Apr. 1795

    Der große Stadtbrand

    Der Marktplatz 1905 – eingeschossige Häuser, Pflaster aus Flusskieseln und noch junge Linden

    Binnen einer halben Stunde verzehrt das Feuer 130 Häuser, 90 Scheunen, das Rathaus, das Spital mit der Heilig-Kreuz-Kirche und einen Teil der Pfarrkirche. Das Rathaus wurde nie wiederaufgebaut.

  8. 1811

    Die Klarissen dürfen wieder Novizinnen aufnehmen

    Der Kaiser stellt das Noviziat wieder her – unter der Bedingung, dass die Schwestern eine Mädchenschule führen. Die Schule wird das Kloster retten.

  9. 1813

    Ein Speicher für Salz

    Der Franziskanerspeicher wird als Salzlager beschlagnahmt.

  10. 19. Okt. 1814 (1815?)

    Aufhebung der Franziskaner

    Ein Dekret Franz’ I. löst das Kloster der Minderbrüder auf; die letzten beiden Ordensbrüder gehen nach Krosno.

  11. 1821

    Das Gebäude der Klosterschule

    Die Klarissenschule erhält ein eigenes Gebäude innerhalb der Mauern.

  12. 1831

    Rathaus im Speicher und Cholera

    Die Stadt kauft den Franziskanerspeicher als Rathaus. Am Hang des Stadtbergs entsteht ein Cholerafriedhof.

  13. 1844

    3816 Einwohner

    Die erste genaue Zählung des 19. Jahrhunderts.

  14. 1848

    Ein Brunnen auf dem Marktplatz

    Auf dem Marktplatz wird ein Brunnen gebaut – kein Springbrunnen, wie manche meinen.

  15. 1855

    Seuche, Hunger, Missernte

    Die Bevölkerung sinkt auf 3006 Menschen.

  16. 1860 (1890?)

    Die jüdische Gemeinde

    Eine jüdische Gemeinde entsteht. Eine andere Quelle spricht von einer eigenständigen Gemeinde erst ab 1890.

    Umstrittenes Datum Synagoge
  17. 1861–1872

    Katzenkopfpflaster auf dem Markt

    Der Marktplatz erhält ein Pflaster aus Flusskieseln.

  18. 1864

    Öllaternen

    Öllampen erhellen die Straßen; 1913 werden Gaslampen sie ablösen.

  19. 1867

    Ein Stadtrat nach galizischer Art

    Gemäß den galizischen Gesetzen amtiert ein gewählter Stadtrat.

  20. 1874

    Die Freiwillige Feuerwehr

    Die Stadt, die so oft gebrannt hat, gründet endlich eine eigene Feuerwehr.

  21. 1876

    Die Eisenbahn kommt

    Die Bahnlinie von Tarnów über beide Sącz in Richtung Budapest wird eröffnet. Das Jahr bringt auch den Vorschussverein und eine hölzerne Synagoge.

  22. 1877

    Linden auf dem Marktplatz

    Auf dem Marktplatz werden Linden gepflanzt.

  23. 23.–31. Juli 1892

    600. Todestag Kingas

    Kardinal Dunajewski überführt die Reliquien in einen neuen Schrein, und die Prozession zieht über den Marktplatz.

  24. 15. Juni 1893

    Gründung des „Sokół“

    Rechtsanwalt Edward Szayer und Apotheker Julian Fijałkowski rufen 30 Personen zur Gründungsversammlung des Turnvereins zusammen.

  25. 25./26. Juni 1898

    Antijüdische Ausschreitungen

    Eine Menge plündert Dutzende jüdischer Geschäfte und Häuser. Das Militär bleibt einen Monat lang in der Stadt, und der Rat verurteilt die Plünderungen.

  26. 5. Okt. 1903

    Das Lehrerseminar

    Nach jahrelangen Bemühungen wird ein Lehrerseminar für Männer unter der Leitung von Józef Dobrowolski eröffnet.

  27. 1905/1906

    Die gemauerte Synagoge

    In der ul. Staszica entsteht eine Synagoge nach dem Entwurf von Józef Kostański.

    Umstrittenes Datum Synagoge
  28. 15. Mai 1907

    Grundstein des „Sokół“

    Der Bau des Gebäudes beginnt, das Zenon Remi unentgeltlich entworfen hat. Die Angaben zur Fertigstellung gehen in den Quellen auseinander.

  29. 1910

    Podmajerz kommt zur Stadt

    Die Gemeinde Podmajerz wird eingemeindet. Hier leben 5156 Menschen, darunter 666 Juden.

  30. Nov.–Dez. 1914

    Der Große Krieg

    Die Seminaristen ziehen zur Armee und zu den Legionen, das Schulgebäude besetzen die Russen. Am 13. Dezember zieht Piłsudski in Nowy Sącz ein.

  31. 1915

    Kriegsfriedhof Nr. 348

    Gustav Ludwig entwirft das Kriegsgräberfeld an der ul. Węgierska.

Zweite Republik und Zweiter Weltkrieg

1918–1945 · 13 Ereignisse · Kapitel lesen →

  1. 1921

    Eine Stadt im wiedererstandenen Polen

    Stary Sącz zählt rund 4800 Einwohner, darunter 553 Juden.

  2. 1925

    Das Seminar im neuen Gebäude

    Am 27. Januar zieht das Seminar in die ul. Dworska, am 12. Oktober erhält es den Namen Jan Długosz. In der ul. Batorego nimmt eine Pelzfabrik den Betrieb auf.

  3. 1928–1930

    Das Kraftwerk am Moszczenicki

    Die Stadt baut ein eigenes Elektrizitätswerk.

  4. 12. März 1931

    Geburt von Józef Tischner

    In einem Haus am Marktplatz kommt der spätere Philosoph und goralische Erzähler zur Welt.

  5. 1933

    Die Sammelgemeinde

    Stary Sącz wird Sitz einer Sammelgemeinde mit den umliegenden Dörfern.

  6. Juli 1934

    Das große Hochwasser

    Das Wasser überflutet die unteren Teile von Mostki; die Jahre 1934–1935 sind für die Gegend sehr schwer.

  7. 1936

    Die letzte Reifeprüfung im Seminar

    Die Schulreform beendet die Geschichte des Lehrerseminars.

  8. 5. Sept. 1939

    Krieg vor den Toren

    Die Polen sprengen die Brücken über den Poprad, und deutsche Radfahrertruppen erreichen die Stadt unter dem Feuer der Verteidiger. Einen Tag später fällt Nowy Sącz.

  9. 6. Dez. 1939

    Ein kommissarischer Bürgermeister

    Der Besatzer überträgt die Stadt Pastor Friedrich Spiess aus Stadło, der bis August 1944 amtiert.

  10. 21. Aug. 1941

    Hinrichtung in Biegonice

    Die Deutschen erschießen 44 Häftlinge.

  11. Frühjahr 1942

    Das Getto in der ul. Krakowska

    Im offenen Getto neben dem Viehmarkt werden rund 1000 Menschen zusammengepfercht. Eine ältere Darstellung nennt das Frühjahr 1940.

    Umstrittenes Datum
  12. 17. Aug. 1942

    Die Vernichtung der Juden von Stary Sącz

    Auf den Piaski am Poprad werden 95 Menschen erschossen, Alte und Kranke. Die übrigen werden nach Nowy Sącz getrieben und nach Bełżec deportiert.

  13. um 20. Jan. 1945

    Das Ende der Besatzung

    Die Deutschen ziehen ab und sprengen Bahnhof und Brücken. Die Stadt blieb in ihren Mauern erhalten, doch die Bevölkerung sank auf rund 4500.

    Umstrittenes Datum

Volksrepublik und Gegenwart

1945 – heute · 28 Ereignisse · Kapitel lesen →

  1. 1948

    Heimatfreunde und Gymnasium

    Die Satzung der Gesellschaft der Freunde von Stary Sącz wird genehmigt, und am 28. August wird ein allgemeinbildendes Lyzeum gegründet.

  2. 1949

    Erneuerung des Marktplatzes

    Das Katzenkopfpflaster des Marktes wird neu verlegt.

  3. 1950

    Die Kiesgrube im Flussdreieck

    Eine Kiesgrube nimmt den Betrieb auf – der Kies geht zum Bau von Nowa Huta. Jahre später wird daraus das Bobrowisko.

  4. 1954/1955

    Städtebauliches Schutzgebiet

    Die Innenstadt wird städtebauliches Schutzgebiet (bzw. 1955 ins Denkmalregister eingetragen). Die Schulkreidefabrik „Spójnia“ nimmt den Betrieb auf.

    Umstrittenes Datum Marktplatz (Rynek)
  5. 1956

    Die Heimatstube im Haus „Na Dołkach“

    Die Sammlung des Schuhmachers Józef Paszkiewicz begründet das Museum.

  6. 17.–18. Aug. 1957

    700 Jahre Stadt

    Jubiläumsfeiern mit dem Turmsignal von Marcin Szeligiewicz.

  7. 1961–1965

    Die Tausendjahr-Siedlung

    Elf Wohnblocks entstehen, und der Viehmarkt zieht auf den Wielki Wygon.

  8. 1962 / 1964

    Eine neue Brücke über den Poprad

    Die Stadt erhält eine neue Straßenbrücke; am 1. September 1964 wird das Lyzeumsgebäude eröffnet.

    Umstrittenes Datum
  9. 1975

    Das Festival Alter Musik

    Stanisław Gałoński gründet das Festival, das heute „Omnia Beneficia“ heißt – nach einem Conductus aus einer Handschrift des Klosters.

  10. 1976

    Das Seweryn-Udziela-Museum

    Die Heimatstube wird zum Regionalmuseum.

  11. 1987

    Landschaftspark Poprad

    Der Park mit Verwaltungssitz in Stary Sącz wird gegründet.

  12. 27. Mai 1990

    Freie Kommunalwahlen

    Die ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten. Bürgermeister wird Maciej Szuflicki.

  13. 16. Juni 1999

    Kingas Heiligsprechung

    Der Papstaltar, an dem Johannes Paul II. am 16. Juni 1999 Kinga heiligsprach

    Johannes Paul II. spricht Kinga vor über 600.000 Gläubigen heilig. Die Klarissen verlassen zum ersten Mal seit über 700 Jahren die Klausur.

  14. 29. Apr. 2006

    Umgestaltung des Marktplatzes

    Für rund 10 Mio. Złoty erhält der Marktplatz vor dem 750-jährigen Jubiläum ein neues Gesicht.

  15. 2006–2008

    Umgehungsstraße und Kinga-Brücke

    Eine Umgehungsstraße mit einer 328,8 m langen Schrägseilbrücke entsteht.

  16. 4. Juni 2010

    Der Poprad nimmt die Brücke

    Das Hochwasser reißt zwei Felder der eisernen Eisenbahnbrücke von 1876 ein.

  17. 29. Juni 2010

    Pilgerhaus „Opoka“

    Neben dem Papstaltar wird ein Haus für Pilger geweiht.

  18. 22. Jan. 2012

    Jacek Lelek wird Bürgermeister

    Nach dem Rücktritt von Marian Cycoń gewinnt Jacek Lelek die vorgezogene Wahl.

  19. 20. Juni 2016

    Kinga, Patronin der Stadt

    Die hl. Kinga löst die hl. Elisabeth als Patronin von Stary Sącz ab.

  20. 2018

    Das Bobrowisko

    Auf der ehemaligen Kiesgrube wird ein Steg mit Beobachtungsständen eröffnet, ausgezeichnet mit dem Witkiewicz-Preis.

  21. 10. Dez. 2018

    Geschichtsdenkmal

    Das Szekler Tor am Kloster – ein Geschenk aus dem Jahr 1999

    Das Altstadtensemble mit dem Klarissenkloster wird zum Geschichtsdenkmal erklärt.

  22. 20. Nov. 2020

    Tod von Marian Cycoń

    Es stirbt der am längsten amtierende Bürgermeister in der Geschichte der Stadt – 4388 Tage.

  23. 2021

    VeloDunajec und Waldsteg

    Der Radweg erreicht Stary Sącz, und auf dem Stadtberg entsteht der Waldsteg „Leśne Molo“.

  24. 7. März 2022

    Das neue Kulturzentrum

    Der neue Sitz des Ada-Sari-Zentrums für Kultur und Kunst wird eröffnet.

  25. 16. Juni 2024

    25 Jahre Heiligsprechung

    Ein Jubiläum im Beisein von Kardinal Stanisław Dziwisz.

  26. 24./25. Okt. 2024

    Kleine Umgehung und neue Äbtissin

    Die „kleine Umgehungsstraße“ wird eröffnet; die Klarissen wählen Sr. Antonina Kowalska zur Äbtissin.

  27. 14. Juni 2026

    750 Jahre Gołkowice

    Das zu Kingas Zeiten gegründete Dorf feiert sein Jubiläum.

  28. 25. Sept. – 18. Okt. 2026

    30. Herbsttheaterfestival

    Stary Sącz spielt weiter – Theater, Alte Musik und die Erinnerung an Kinga.